{"id":1300,"date":"2021-07-07T16:37:10","date_gmt":"2021-07-07T16:37:10","guid":{"rendered":"https:\/\/yar.deutschetage.ru\/?p=1300"},"modified":"2021-07-07T17:28:56","modified_gmt":"2021-07-07T17:28:56","slug":"istoricheskie-svyazi-rossii-i-zemli-gessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yar.deutschetage.ru\/de\/istoricheskie-svyazi-rossii-i-zemli-gessen\/","title":{"rendered":"Die hessisch-russischen Beziehungen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"653\" src=\"https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/visbaden-19v.-1024x653.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1301\" srcset=\"https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/visbaden-19v.-1024x653.jpeg 1024w, https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/visbaden-19v.-300x191.jpeg 300w, https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/visbaden-19v.-768x490.jpeg 768w, https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/visbaden-19v.-1536x980.jpeg 1536w, https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/visbaden-19v.-2048x1307.jpeg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Wiesbaden, Ende der XIX Jh.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Seit der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahr-hunderts waren die hessischen Kurorte das Ziel hunderttausender Russen. Die aristokratische und intellektuelle Elite Russland&#8217;s hielt sich zum Teil monatelang in hessischen Kurorten zur Erholung und Zerstreuung auf. Viele von ihnen blieben aber auch auf Dauer, lie\u00dfen prachtvolle Villen errichten und trugen mit ihrem gro\u00dfen Reichtum zum Wohlstand und der rasanten Entwicklung der hessischen B\u00e4der bei. F\u00fcr nahezu alle ber\u00fchmten Familien wie die Zaren und ihre Familienangeh\u00f6rigen, Tolstoi, Dolgoruki, Troubetzkoi, Loris-Melikov, Gagarin, Woronzow-Daschkow und viele andere waren Reiseziele in Hessen gleichbedeutend mit Cannes, Nizza, St. Moritz. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"485\" src=\"https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/termy-visbaden.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1302\" srcset=\"https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/termy-visbaden.jpeg 1024w, https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/termy-visbaden-300x142.jpeg 300w, https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/termy-visbaden-768x364.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Thermalbad in Wiesbaden<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Noch heute erinnern die russisch-orthodoxen Kirchen in Bad Homburg, Bad Ems (ehemals nassauisch), Bad Nauheim, Darmstadt und Wiesbaden an den Einflu\u00df der russischen Kultur<br>in Hessen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" width=\"384\" height=\"512\" src=\"https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/russkczerkov.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1303\" srcset=\"https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/russkczerkov.jpeg 384w, https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/russkczerkov-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"(max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Die als Grabkirche errichtete russisch-orthodoxe Kirche in Wiesbaden gilt als bedeutendstes Bauwerk seiner Art in Westeuropa. Sie wurde als Grabkirche f\u00fcr die Herzogin von Nassau, einer geborenen Gro\u00dff\u00fcrstin von Russland erbaut.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p> In unmittelbarer N\u00e4he zur Kirche befindet sich der Friedhof, auf dem ber\u00fchmte Russen ihre letzte Ruhest\u00e4tte fanden.<br>Zu ihnen geh\u00f6ren die Gr\u00e4ber des gro\u00dfen Expressionisten Alexej von Jawlensky und seiner Frau Helene, des F\u00fcrsten Georgij A. Jurjewski und seiner Schwester Olga Gr\u00e4fin Merenberg, Kinder des Zaren Alexander II aus seiner morganatischen (nichtebenb\u00fcrtigen) Ehe mit der F\u00fcrstin Jurjewskaja.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Werke russischer K\u00fcnstler gehen auf die Aufenthalte in hessischen St\u00e4dten zur\u00fcck. Ivan Turg\u00e9nevs Wiesbaden-Aufenthalt verarbeitete er in seinem Roman \u201cFr\u00fchlingswogen\u201d, einer seiner \u00dcbersetzer, der Dichter Friedrich von Bodenstedt, lebte zwei Jahre als Erzieher der Kinder des F\u00fcrsten Galizin in Moskau und verbrachte seinen Lebensabend in Wiesbaden. Weltruhm erlangte Dostojewskis Roman \u201cDer Spieler\u201d, in dem er seine Eindr\u00fccke aus den Erlebnissen in den Spielbanken Bad Homburg&#8217;s und Wiesbaden&#8217;s geschildert werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" width=\"219\" height=\"292\" src=\"https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/dostoevskij.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1304\"\/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Dostojewskij-Denkmal im Kurpark Wiesbaden<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Igor Strawinsky besuchte Wiesbaden viermal zu Konzerten und Begegnungen mit seinem Verleger Willy Strecker.<br>Zwei seiner gro\u00dfen Kompositionen, das Melodram Pers\u00e9phone und sein Violinkonzert entstanden nach Treffen mit dem franz\u00f6sischen Nobelpreistr\u00e4ger Andr\u00e9 Gide und dem Geiger Samuel Dushkin in Wiesbaden. Neunzehn Jahre lang lebte Alexej von Jawlensky in Wiesbaden.<br>Das Museum Wiesbaden besitzt heute die bedeutendste Sammlung seiner Werke.<\/p>\n\n\n\n<p>Der russische Universalgelehrte Lomonossow studierte von 1736-1739 an der Marburger<br>Philipps-Universit\u00e4t und heiratete eine Marburgerin. An der selben Universit\u00e4t studierte auch der Nobel-Preistr\u00e4ger Boris Pasternak zwischen 1912-1914 Philosophie und schrieb \u00fcber Marburg: \u201cWenn das hier nur eine Stadt w\u00e4re! Aber es ist ein mittelalterliches M\u00e4rchen\u201d.<br>Heute ist die Philipps-Universit\u00e4t durch einen Wissenschaftleraustausch mit der Lomonossow-Universit\u00e4t Moskau, dem Puschkin-Institut f\u00fcr russische Sprache und der Medizinischen Akademie Setchenov verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso enge Beziehungen bestanden in dynastischer Sicht zwischen dem Gro\u00dfherzogtum Hessen , dem Herzogtum Nassau und Russland. Zwei Zarinnen stammten aus Darmstadt. Die erste Ehefrau Zar Alexander II., Prinzessin Marie von Hessen und bei Rhein, letzte Zarin und Gemahlin des Zaren Nikolaus II. Alix&#8216; Schwester, Prinzessin Elisabeth war wiederum mit dem Gro\u00dff\u00fcrsten Sergej, dem Bruder des Zaren Alexander&nbsp;III. verm\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Dynastie Nassau sind von besonderer Bedeutung die Heirat des Herzogs Adolf von Nassau mit der Gro\u00dff\u00fcrstin Elisabeth Michailowna, der Nichte der Zaren Alexander I. und Nikolaus I. und die morganatische Heirat des Prinzen Nikolaus von Nassau mit der Tochter des Lyrikers und Dramatikers Alexander S. Puschkin.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den hessischen Unternehmern in St. Peters-burg nahm der exzentrische Baron von Krauskopf eine wichtige Position ein. Er verdiente als Inhaber der heute noch existierenden und sich in Staats-besitz befindlichen Gummistiefelfabrik \u201cTriugolnik\u201d ein Verm\u00f6gen. Als die \u201crussischen Rothschilds\u201d galt die aus dem hessischen Arolsen stammende Familie Stieglitz, die letzten Hofbankiers Russland&#8217;s.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute unterhalten viele bedeutende hessische Unternehmen Wirtschaftsbeziehungen zu Russland. Allen voran die in Frankfurt ans\u00e4ssigen Gro\u00dfbanken. Mit vielf\u00e4ltigen Aktivit\u00e4ten tr\u00e4gt das Land Hessen im Rahmen einer offiziellen Partnerschaft mit der russischen Region Jaroslawl zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Rahmen-bedingungen seit zehn Jahren bei.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/marburger_schloss_024-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1305\" srcset=\"https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/marburger_schloss_024-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/marburger_schloss_024-300x225.jpeg 300w, https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/marburger_schloss_024-768x576.jpeg 768w, https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/marburger_schloss_024-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/yar.deutschetage.ru\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/marburger_schloss_024.jpeg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Phillips-Universit\u00e4t Marburg<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle: HERUS Hessisch-Russische interkulturelle Beziehungen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit der ersten H\u00e4lfte des 19. 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